Der große Rheinpfalzbericht

Nach 20 Jahren Profi-Karriere wird ein Großer des US-Sports verabschiedet - Mehr Pläne als Zeit - Süd-Kalifornien neue, Pfalz alte Heimat

 

 

Seine Karriere - ein einziger Aufstieg: Vom C-Ligisten TuS Bechhofen über den FK Pirmasens (Oberliga) zum FC Homburg (2., dann 1. Liga); den Gipfel der Pfalz, den Betzenberg, erklimmt er 27jährig; Deutsche Meisterschaft und Pokalsieg nimmt er mit nach Amerika, wo sich vor der WM'94 eine neue Chance ergibt. Noch 3 Jahre wandelt er auf höchstem Niveau in der Bundesliga, in Leverkusen, dann 2 eindrucksvolle Jahre auf Schalke, gekrönt vom Gewinn des UEFA-Cups. Nach der WM'98 in Frankreich schließlich die US-amerikanische Profiliga, 2 Jahre Columbus, fast ein Jahr in der Stadt, die, glaubt man Frank Sinatra, niemals schläft: New York. Nun ist sie zu Ende, die Karriere des Fußballers Thomas Dooley. Zumindest was das Grätschen, Rennen, Fighten auf dem Platz angeht. Am 11. Dezember wurde Thomas "Tom" Dooley in New York von den Metro Stars wie ein Großer des amerikanischen Sports verabschiedet. Sein gerahmtes Trikot zieht in die Ruhmeshalle des amerikanischen Soccers ein.
Eine ungewöhnliche Karriere, die des Thomas Dooley aus Bechhofen/ Pfalz

 


Bechhofen bleibt alte Heimat

Bechhofen, der Heimatort, wo die Karriere ihren Anfangspunkt hatte und der Entschluss reifte, Fußballprofi zu werden, wird für Thomas Dooley immer eine wichtige Adresse, ein Anlaufpunkt sein. "Schon allein deshalb, weil meine Eltern, die mir sehr viel bedeuten, in Bechhofen wohnen und ich dort immer alter Bekannte treffe und reden kann". Auch in den rastlosen Profi-Jahren hat es die Familie fast immer geschafft, zwei-, dreimal im Jahr in der Pfalz vorbeizuschauen. Aktuell glühte der heisse Draht, denn der älteste Spross der Familie, Marco, hat sich entschieden, im Saarland seinen Zivildienst zu leisten. "Außerdem ist er Drummer in der Band Messenger. Die haben gerade ihre erste CD herausgebracht", berichtet der stolze Vater. Und weil manchmal trotz Sonne satt und des Blicks über den Pazifik im fernen Kalifornien Heimweh aufkommt, hat Thomas Dooley die schnelle Informationsübertragung des Internets schätzen gelernt. E-Mails aus der Pfalz sind jederzeit willkommen.

 

 


Neues Haus in Süd-Kalifornien

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Zwei Wochen sind zu kurz um mit Abstand eine gut 20-jährige Karriere bilanzieren zu können. Rein räumlich hat sich Dooley Distanz geschaffen. Von New York jetteten die Dooleys, Thomas, Frau Elke und der achtjährige Filius Dennis, ans andere Ende der Staaten, nach Laguna Niguel in den Süden Kaliforniens. Auf halbem Weg zwischen Los Angeles und San Diego, im Orange County, eentsteht das beue Domnizil der Dooleys. Ein Haus nach den Plänen des ehemaligen Architekturstudenten, direkt am Pazifik gelegen. Hier wollen die Dooleys nach gut einem Jahrzehnt Wanderschaft zur Ruhe kommen und Thomas seine Pläne, die sich rund um den Fußball drehen, verwirklichen.


Universität, Buch, Fußballlehrer

 

Einer wie Thomas Dooley, dessen Karriere nicht gemacht wurdem sondern der sich selbst zu dem gemacht hat, was er heute ist, fällt nach dem Rücktritt in kein Loch. Als 39-jähriger im Profifußball hat er das Karriere-Ende ohnehin lange hinausgezögert. Wiederkehrende Verletzungen in den letzten beiden Jahren, altersbedingte Muskel- und Sehnenprobleme, die ihn längere Zeit in Reha-Praxen zwangen denn auf den Fußballplatz, machten denm Abschied nicht ganz so schwer. Dooley hat mehr Vorhaben als Zeit. "Ich bin dabei, eine Soccer-University zu gründen. Dann will ich zusammen mit meinem Bruder Steven ein Fußball-Lehrbuch schreiben. Und weil ich den nächsten Lehrgang knapp verpasst habe, ist für 2002 fest die Fußball-Lehrer-Ausbildung in Deutschland geplant", erzählt Dooley. Nebenbei baut er mit Geschäftspartnern eine Internet-Plattform zum Handel von Fußball-Artikeln, vorzugsweise Devonationalien, auf und trägt für einen Jornalisten, der ein Buch über Thomas Dooley schreibt, Material aus seiner Karriere zusammen. "Ursprünglich wollte er eine reine Biografie über mich schreiben, was ich ihm aber ausreden konnte. Mir schwebt eine Art Motivationsbuch für junge Fußballer vor. Mein Weg kann vielleicht manchem ein Vorbild sein". Als Titel sind "Deep from the Heart" (aus der Tiefe des Herzens) und "Power of Five" (Die Kraft der Fünf) im Gespräch. Letzterer ist eine Anspielung auf Dooleys Lebensmaxime. "Meine Trikotnummer, die Fünf, ist kein Zufall. Die Fünf steht für die 5 Prinzipien des Erfolges: Du musst ein Ziel haben, einen Plan verfolgen, motiviert sein, stark im Handeln und dabei immer deinen Träumen folgen", erklärt Dooley.

 

 


US-Beobachter des FCK

 

Dass sein Berufsleben sich auch weiterhin um das runde Leder drehen soll, steht für Thomas Dooley fest. Die Idee von der Soccer-Universität, in der Endausbau-Stufe mit Trainingszentren von Bundesligisten vergleichbar, nur privat und nicht auf einen Verein fixiert, geht schon lange durch Dooleys Kopf. "Die USA hat jetzt ein unglaubliches Potenzial für Fußball. 17 bis 18 Millionen Kinder sind schon am Ball. Soccer steht davor ein großes Geschäft zu werden", sagt Dooley und es klingt weit weniger nach Wunschdenken, als manche Prognose nach der WM 1994 in den Staaten. Die Major Soccer League - nicht zuletzt durch spektakuläre, wenn auch nicht dauerhafte Transfers wie der von Lothar Matthäus - funktioniert, in den Zeitungen des Landes haben sich die Kicker Zeilen erobert. Dooley, mit Unterstützung seines an der Uni Aachen lehrenden und im Jugendfußball erfahrenen Bruders Steve, will in seiner Soccer-Universität Talente begleitend zum Mannschaftstraining in ihren Klubs und Colleges individuell schulen. Auch den Weg danach kann er weisen. "Vor einem Jahr im Winter war ich einige Wochen in der Pfalz und habe etliche Trainings beim FCK besucht. Reinhard Stumpf, mein alter Mannschaftskamerad, bat mich damals, ein gutes Auge auf amerikanische Talente zu haben", kann sich Dooley vorstellen, auch als Scout seinem "Herzensverein" zu dienen.

 


Wunsch: Empfang im Weissen Haus

 

Mittelfristig verfolgt Dooley eigene Interessen: Als Coach will er an die Linie zurück. Deshalb die Eile, auf den A-Trainerschein die Fußball-Lehrer-Lizenz des DFB draufzusatteln. "Ich kann mir gut vorstellen, auch einmal in der deutschen Regionalliga oder in der 2. Bundesliga zu arbeiten", hat Dooley nicht gänzlich der alten Heimat den Rücken gekehrt. Ein nahe liegender Einstieg in die Major Soccer League kommt ihm noch zu früh. "Zur Zeit kämen für mich nur zwei, drei Teams in Frage und die sind nicht gerade in Kalifornien". Abhängig von den Erfahrungen, die er mit seiner Soccer-University sammeln wird, kann sich Dooley vorstellen, nach 2002 beim US-Verband einzusteigen, sich etwa um die Jugendnationalmannschaft zu kümmern. Was ihm in seiner aktiven Karriere vergönnt war, im Weißen Haus emfangen zu werden (Dooley:"Bei beiden Einladungen musste ich Fußball spielen. Es ärgert mich, dass ich Bill Clinton nicht die Hand schütteln konnte"), lässt sich vielleicht nachholen. Vorerst bleibt es bei einem Präsidenten auf seinem Trophäen-Bord. "Best wishes from Ronald Reagan", steht auf einem Portrait-Bild geschrieben.

Quelle Bilder: Kunz und AP
Text: Claus-Peter Schmidt, Redakteur der RHEINPFALZ

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